Fünf Jahre Fanprojekt
28.11.11 – Fünf Jahre Fanprojekt
Veranstaltungsreihe zum Jubiläum beendet Das Streetwork Fanprojekt Halle arbeitet seit nunmehr fünf Jahren nach den Standards des „Nationalen Konzeptes für Sport und Sicherheit". Euer CHEMIKER online fragte bei dessen Leiter Steffen Kluge nach der Beendigung der Veranstaltungsreihe zum Jubiläum einmal nach.
Wie gestalteten sich denn so die Feierlichkeiten in der letzten Woche?
SK: Auf pompöse Feierlichkeiten mit „Sektchen und Kaviar" verzichteten wir bewusst. Vielmehr wollten wir das kleine Jubiläum mit abwechslungsreichen Angeboten für die HFC-Fangemeinde begehen und gemeinsam mit den Fans und unseren Kooperationspartnern ein Resümee ziehen. Wir haben am Montag daher alle am Fußball beteiligten Institutionen und natürlich den HFC und Fanvertreter zu einem Runden Tisch eingeladen. Bis auf den Fußballverband Sachsen-Anhalt folgten alle Parteien unserer Einladung, und so entwickelte sich eine breite, durchaus kritische aber immer sehr sachliche Diskussion. Alle Teilnehmer verzeichneten eine positive Entwicklung der HFC-Fanszene und bewerteten den eingeleiteten, kontinuierlichen Dialog zwischen HFC-Fans und Verein sowie mit der Polizei als zukunftsweisend. Diese Einschätzung bestärkt uns darin, den eingeschlagenen Weg „GEMEINSAM UNAUFHALTSAM" fortzusetzen.
Am Dienstag fand dann im Presseraum des ERDGAS Sportparks ein Arbeitstreffen des Regionalverbundes Ost der Bundesarbeitsgemeinschaft Fanprojekte statt. Die Mitarbeiter aus 14 ostdeutschen Fanprojekten tauschten sich über die aktuelle Situation an den jeweiligen Fußballstandorten aus und diskutierten u. a. über den Abbruch der Gespräche des DFB mit den Vertretern der Kampagne „Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren". Zudem stellte sich der neue Träger des Leipziger Fanprojektes mit seinem sozialpädagogischen Konzept vor.
Nachdem am Mittwoch der Brunnenhaus e. V. im Fanhaus viele interessante Details des naheliegenden Denkmals preisgab und mit den Saalefront Ultras für das Frühjahr einen Pflegeeinsatz in der angrenzenden Parkanlage vereinbarte, lasen am Donnerstag die Autoren Frank Willmann und Ole Giec aus dem gerade erschienenen Buch „Zonenfußball" ergreifende Episoden aus DDR-Zeiten vor.
Zum Abschluss der Veranstaltungswoche erlebten die Anwesenden im vollbesetzten Presseraum der neuen HFC-Heimspielstätte eine spannende Diskussion zum Thema „Ein Sport - zwei Welten?" Insbesondere die zahlreich vertretenen Ultras verfolgten gespannt die Podiumsdiskussion und nutzen die anschließende Möglichkeit, sich mit Polizei- und Medienvertretern sowie unserem Vereinspräsidenten über verschiedene Konfliktfelder auszutauschen.
Das klingt ja nach einer erfolgreichen Woche. Was hat sich das Fanprojekt denn für die Zukunft vorgenommen?
SK: Wir wollen weiterhin Jugendlichen der Stadt als vertrauensvoller Ansprechpartner zur Verfügung stehen und im Rahmen unserer Vermittlerrolle die Kommunikation zwischen den Fans, dem HFC, den Fußballverbänden und den Ordnungsinstitutionen fördern. Wir setzen uns auch zukünftig für regional geeignete Problemlösungsstrategien ein ohne dabei bundesweite Entwicklungen außer Acht zu lassen. Darüber hinaus werden wir weiterhin einer Stigmatisierung von HFC-Fangruppen entgegenwirken und die positiven Kräfte innerhalb der Fankultur unterstützen, uns aber auch kritisch mit problematischen Verhaltensformen auseinandersetzen. Es gilt, den begonnenen Prozess von Integration und Kommunikation konsequent fortzusetzen und dabei die verbesserten Rahmenbedingungen mit dem neuen Stadion optimal zu nutzen, damit der Fußball in unserer Stadt, mit all seinen emotionalen und verbindenden Momenten, ein dauerhaft positives Aushängeschild der Region darstellt.
Vielen Dank für das Gespräch, Steffen. Der CHEMIKER online wünscht wir Dir und Deinen Mitstreitern weiterhin viel Erfolg!
Quelle: www.hallescherfc.de JS | Ro-Heb | Fotos: Christian Moser









